European SharePoint Conference 2017 – lässt Microsoft seine Anwender hinter sich?

Differenzierter Austausch statt Werbeveranstaltung

Die European SharePoint Conference findet jährlich statt und bringt Europas größte SharePoint, Office 365 und Azure Community mit Vertretern und Experten aus dem Haus Microsoft und anderer Hersteller zusammen. Tobias, Michael und Stefan vom Team Collaboration machten sich auf dem Weg nach Dublin und mischten sich unter mehr als 2.000 IT Professionals aus aller Welt, besuchten Vorträge von Microsoft-Experten und nahmen über vier Tage an Referaten und Tutorials teil. „Das Besondere an der ESPC? Neben Experten von Microsoft und anderer Unternehmen kommen Vertreter der SharePoint Community vor Publikum zu Wort, man tauscht sich mit anderen Entwicklern, IT Professionals und vor allem auch Anwendern aus. Es ist ein Diskurs mit Usern aus allen Branchen und Unternehmensgrößen. So erfahren wir direkt, wo es in den IT-Infrastrukturen von Firmen klemmt – können so unsere eigenen Services adaptieren und die Objektivität als Berater bewahren.“, erzählt Tobias von seinen Erfahrungen auf der viertägigen Konferenz. Microsofts Dokumentationen und auch die Community wird immer offener – jeder kann teilnehmen und Beiträge leisten, sei es online oder offline mit Vorträgen wie auf der ESPC. Die werden unter anderem von sogenannten MVPs, „Most Valuable Professionals“, gehalten, also von hochgeschätzten Experten mit herausragenden technischen Kompetenzen, die von Microsoft für ihre Beiträge zur Community, z. B. mit Vorträgen, Blogposts oder Foreneinträgen, ausgezeichnet werden.

Damit kommen auf der ESPC nicht nur Sprecher aus dem Hause Microsoft zu Wort, vielmehr ist sie eine Möglichkeit zum offenen Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern, IT Professionals und Konzernen – viel Platz für authentische Nutzererlebnisse.

Marketing vs. Realität

Mehr als 2.000 IT Professionals und tausende Besucher – und doch wird eine Tendenz deutlich. Als weltweit größter Softwarehersteller ist Microsoft zwar Vorreiter für neue Technologien, aber stellt seine Kunden derzeit vor große Herausforderungen. Welchen Wissensstand haben Mitarbeiter im Unternehmen? Wie sind die IT-Infrastrukturen aufgebaut? Wie sind Hard- und Software aufgestellt? Welche Philosophie und Priorisierung herrscht bei Usern hinsichtlich IT, neuer Technologien und sinnvollen Tools? Was ist wirklich wichtig? Getrieben von der Marktentwicklung, scheint der Konzern den digitalen Wandel schneller zu vollziehen als seine Kunden mit ihm mithalten können. „Egal, aus welcher Branche Anwender kommen, es scheint an einer Stelle immer irgendwo zu hängen.“, fasst Tobias den Tenor der Gespräche zusammen. Der digitale Wandel ist keine bloße Floskel mehr: Er vollzieht sich so schnell, dass Unternehmen, insbesondere KMU, den Anschluss verlieren können. Releases neuer Tools und Technologien werden mittels aufwendiger Marketingkampagnen und auf Großevents gefeiert. Softwarehersteller wie Microsoft geben damit ein so hohes Tempo vor, dass Anwender letztendlich überfordert sind. Das zeigt sich beispielsweise an Office 365. Denn was ist Collaboration eigentlich? Virtuelle Zusammenarbeit? Ja, sicher: In den meisten Unternehmen schon Realität, aber dass effektive Collaboration weit über die reine Nutzung des Firmenintranets hinausgeht, ist zahlreichen Nutzern noch gar nicht klar. Um Office 365 oder andere Online-Dienste und Tools vollumfänglich zu nutzen, müssen sie verstanden werden. Die Cloud ist die Zukunft, länderübergreifende Vernetzung, mobile Arbeitsplätze, automatisierte Workstations: Die Liste der Technologietrends ist lang, sie muss aber auch entsprechend kommuniziert werden – insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen, denn sie machen den größten Teil der deutschen Wirtschaft aus. Innovative, z. B. identitätsbasierte Sicherheitstechnologien bieten zuverlässigen Schutz vor virtuellen Angriffen. Der digitale Wandel muss als Chance begriffen werden und nicht als Bedrohung. Und trotz umfangreicher Marktforschungsmaßnahmen, beispielsweise mit Produkttests, für die sich jeder bewerben kann, haben Kunden oft nicht die Ressourcen, um ausreichend zu partizipieren.

Wie lässt sich die Kluft zwischen Herstellern und ihren Anwendern schließen?

Trotz oder vielleicht wegen der zahlreichen differenzierten Meinungen innerhalb der Community, lässt sich zusammenfassen, dass ein Großteil der Anwender stark mit dem rasant voranschreitenden digitalen Wandel gefordert wird. Besonders der Weg in die Cloud ist für viele Unternehmen noch eine Hürde, sei es aus Sicherheitsbedenken, fehlendem Breitbandausbau oder mangelhafter Infrastruktur. Dabei ist eine Abkehr vom klassischen Verständnis einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur notwendig: Es wird nicht einmal mehr ein Server On-Premise benötigt, Hard- und Software müssen nicht mehr kostenaufwendig gekauft, sondern können gemietet werden. Dies sind nur Beispiele, die oft noch nicht in das Bewusstsein von Anwendern vorgedrungen sind, insbesondere in Unternehmen. Es braucht eine Verzahnung der Technologien und Produkte mit sinnvoller Aufklärung und Information der User. Berater wie Tobias, Michael und Stefan bilden eine Brücke zwischen Microsoft und den Nutzern. Auf der einen Seite bringen sie als Microsoft Partner Kompetenzen rund um SharePoint, Azure, Cloud-Lösungen, Office 365 und Co. mit. Auf der anderen sind sie am Kunden dran, in Unternehmen vor Ort, kennen Best Practices und die typischen Probleme – und wissen, wie man die am besten anpackt.

Kommunikation, Information und Aufklärung können die Lücken zwischen den Entwicklungen von Microsoft sowie anderer großer Hersteller und der Praxis in Unternehmen schließen. Der Einsatz welcher Technologien ist wirklich sinnvoll? Welche Infrastrukturen sind bereits vorhanden? Und was wird wirklich benötigt? Und schlussendlich ist vielleicht auch ein wenig Mut erforderlich, um den entscheidenden Schritt auf dem Weg in die Cloud zu wagen – und damit in Richtung zukunftsfähige IT-Infrastrukturen.

Das Team Collaboration auf der ESPC 2017
Tobias, Stefan und Michael auf der European SharePoint Conference 2017 in Dublin

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